Arbeit und Bildung

Nationaler Tag der Logopädie

Nicht nur auf nationaler Ebene ist Logopädie heute ein Thema, feiern doch gleichzeitig der Berufsverband Appenzeller Logopädinnen und Logopäden BAL sein 10-jähriges Bestehen und der Deutschschweizer Verband DLV sein 20-Jahr-Jubiläum.
Logopädinnen und Logopäden unterstützen und begleiten Menschen, für die der Gebrauch der Sprache mit Hindernissen verbunden ist; dies kann das Verstehen von Sprache oder das Sprechen selbst betreffen. Mit einer Postkartenaktion an Politikerinnen und Politiker sowie Bildungsverantwortliche machen sie auf den Nutzen der Logopädie aufmerksam. Diese Karten nehmen mit markanten Sprüchen die häufigen Schwierigkeiten der betroffenen Menschen auf: "Bruchstabieren", "Glas sagen, Gras meinen".
Reden macht Spass

In der heutigen Informationsgesellschaft nimmt die Kommunikationsfähigkeit einen hohen Stellenwert ein. Die Sprache ist das wichtigste Kommunikationsmittel. Die französische Journalistin Florence Aubenas, welche sich 157 Tage in irakischer Geiselhaft befand, meinte nach ihrer Befreiung: "Am schlimmsten war, der Sprache beraubt zu sein. Ohne das Recht zu sprechen verliert man ein Stück seines Daseins als Mensch." Reden macht Spass, weil Wörter und Sätze beim Gegenüber etwas bewirken. Beim kleinen Kind bildet die Entdeckung der kommunikativen Funktion der Sprache den Motor für die weitere Entwicklung von Sprachverständnis und Sprachproduktion. Eine Sprachentwicklungsstörung hemmt den Austausch mit der Umwelt und die Entwicklung des Kindes. Hier helfen Logopädinnen und Logopäden dem Kind, die Sprache zu entdecken und damit Folgekosten zu vermindern. Sprachkompetenz braucht es unter anderem, um Konflikte konstruktiv lösen zu können. Streiten gehört zum kindlichen Alltag. Um einen Streit verbal austragen zu können, muss man gut argumentieren und zuhören können. Die Logopädie hilft, den Wortschatz zu erweitern und das Ausdrucksvermögen zu verbessern.
Handystil genügt nicht

Ein gelegentlicher Versprecher ist jedem bekannt und kann erheiternd wirken. Häufen sich allerdings Versprecher und Wortfindungsprobleme, führt dies zu Missverständnissen. Sich verstanden fühlen gehört jedoch zu den Grundbedürfnissen eines jeden Menschen. Die Logopädie hilft zu sagen, was man meint. Gleichzeitig vermittelt sie auch mehr Sicherheit im schriftlichen Ausdruck. Denn der lockere Handystil genügt nicht für eine erfolgreiche Laufbahn. Sicheres Lesen und Schreiben sind wichtiger denn je. Wer die Bewerbung für die Lehrstelle fehlerhaft schreibt oder einen Bericht unklar formuliert, wird weniger ernst genommen. Der Berufsverband BAL setzt sich für die Interessen der Menschen jeden Alters ein, die in ihrer sprachlichen Kommunikationsfähigkeit beeinträchtigt sind.
Appenzeller Berufsverband

Melanie Spirig und Liliane Güney teilen sich seit November 2004 das Präsidium des Appenzeller Berufsverbandes BAL. Melanie Spirig arbeitete in der Sprachheilschule St. Gallen, bevor sie ihre Arbeit in den Schulgemeinden von Wolfhalden und Reute aufnahm. Sie ist Mutter von zwei kleinen Kindern. Liliane Güney betreut seit sechs Jahren die Schulgemeinden Herisau und Waldstatt. Gleichzeitig arbeitet sie im Erwachsenenbereich in St. Gallen mit Klienten aus der Geriatrie. Die weiteren 14 Mitglieder des Berufsverbandes sind, meist teilzeitlich, vorwiegend für Schulgemeinden der beiden Appenzeller Halbkantone tätig. Am 5. November 2005 findet anlässlich des Jubiläums in Appenzell ein Fachvortrag mit Barbara Zollinger vom Zentrum für kleine Kinder (Winterthur) statt.

 

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Pressedienst
Publikationsdatum 31.08.2005
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