Politik und Gesellschaft

Syna Ostschweiz - Fall Thurella AG zeigt die Notwendigkeit der Gewerkschaften auf

über 200 Neumitglieder haben sich im letzten Jahr neu bei der Gewerkschaft Syna Ostschweiz eingeschrieben. Erstmals wurde in Wil ein spezieller Begrüssungsabend organisiert. Die Syna setzt sich für die entlassenen Thurella-Mitarbeitenden ein.
Regionalpräsident Erich Thoma, begrüsste im Restaurant Freihof in Wil eine grosse Anzahl neuer Gewerkschaftsmitglieder, darunter zehn Frauen. Ihr Beitritt zeige deutlich, dass die Gewerkschaft Syna kein Männerverein und die Gewerkschaftsarbeit nicht einfach Männersache sei.
Leistungskatalog vorgestellt

Syna-Regionalsekretär Arthur Sprenger stellte die Leistungen der Gewerkschaft vor. Die Solidarität stehe beim Beitritt im Vordergrund. "Nur gemeinsam können wir uns für den Erhalt oder den Ausbau der Lohn- und Arbeitsbedingungen wehren. Wichtig seien aber auch die statutarischen Leistungen, wie zum Beispiel der Rechtsschutz, die Weiterbildungsunterstützung, die Informationen, aber auch die zahlreichen Vergünstigungen bei Versicherungen und Krankenkassen. Eine der wichtigsten Leistungen, so Sprenger, sei das Aushandeln und Abschliessen von Gesamtarbeitsverträgen.
Zuwachs bei den Frauen

Die Syna vertritt rund achtzig Branchen und über hundert Gesamt- und Firmenarbeitsverträge. Besonders im Dienstleistungssektor hat die Gewerkschaft aufgeholt. Vor allem Frauen aus den Bereichen Büro, Verkauf und Gastgewerbe erkennen immer mehr die Wichtigkeit einer Berufsorganisation. Ihre Mitgliederzahl hat sich stark erhöht.


Anhand eines konkreten Beispieles zeigte Ernst Zülle, Regionalsekretär und Koordinator der Syna Ostschweiz, die Gewerkschaftsarbeit auf: "Man mag es kaum glauben, aber auch in unserer Region werden von Patrons 24 Stundentage verlangt. Bei der Thurella AG in Bischofszell, hätten Mitarbeitende in der Abfüllerei 12 bis 18 Stunden gearbeitet, in zwei Extremfällen sogar bis zu 24 Stunden pro Tag mit nur geringen Pausen.
Rausschmiss nach 37 Jahren

Diese Abteilung soll nun verlagert werden. Rund 20 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben den blauen Brief erhalten. Ein Syna Mitglied und Vertreter der Betriebskommission, habe sich für die Betroffenen einsetzen wollen. Er sei von der Firmenleitung nach 37 Dienstjahren kurzerhand vor die Türe gestellt worden. "Er konnte sich nicht einmal richtig verabschieden von seinen Arbeitskollegen. Die Gewerkschaft werde nun alles unternehmen um den Betroffenen zu helfen, versprach Zülle. Die Firmenleitung werde sich vor dem Richter verantworten müssen.

 

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Pressedienst
Publikationsdatum 30.03.2004
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