Wohlbefinden

Appenzell - Sonnenhalb - Ebenalp

Die bewegte Topografie der Landschaft macht das Appenzeller Land zu einem herrlichen Wandergebiet. Sanfte Hügel und Weidewiesen laden ebenso ein wie imposante Hochgebirgszonen. Sehr lohnend ist eine Wanderung zur Ebenalp.
Hinter dem Bahnhof Appenzell (gleicher Ausgang wie Museum Liner) geht's los. Das Dorf Richtung SCHWENDE/WASSERAUEN verlassen wir vorab auf der Teerstrasse bis links ein grosser Pferdehof kommt.



Lauftreff Wegweiser zeigen den Weg

Ein "Lauftreff" Wegweiser (WW) zeigt den Weg rechts hinauf. Dem schmalen Wiesenweg folgen wir nun und merken uns den WW "KAPPELLENWEG", der uns an der schmucken Kappelle SONNENHALB vorbeiführt. Auf dem Weg abwärts Richtung Warth begleitet uns bereits das Rauschen des Weissbachs, den wir kurze Zeit später über eine wacklige Brücke überqueren. Obwohl wir erst etwa eine Stunde unterwegs sind, ist dies ein schöner Rastplatz. Besonders mit Kindern lädt dieser Ort ein, Feuer zu machen und am Bach zu planschen. Weiter geht's bergauf bis zum Restaurant WARTH, dem Ausgangspunkt zum Aufstieg auf die EBENALP.



es einfach gemütlich nehmen

Bisher haben uns sanfte Hügel und grüne Wiesen begleitet und der Anblick auf unser Ziel, das sich majestätisch vor uns präsentiert. Wer ein Auge für Details hat, entdeckt traditionelle Elemente und Verzierungen an Bauernhäusern und die exotisch anmutenden Farbkombinationen rot, grün und gelb bei Ställen, oder türkis gestrichene Hausfassaden. Der WW zeigt nun noch anderthalb Stunden Aufstieg an, welcher zunächst recht steil die Wiese hochführt. Man sollte jedoch nicht erschrecken und es einfach gemütlich nehmen. Weil der ganze Weg durch Bergwald verläuft, der mit seinem in den Wurzeln gespeicherten Wasser die Luft angenehm kühlt, ist alles nur halb so anstrengend. Ausserdem ist man so auch vor zusätzlicher Sonnenhitze bestens geschützt. Der Vorteil dieser Route ist vor allem die Ruhe - nur selten begegnet uns jemand (hoffentlich auch noch nach diesem Beschreib)! Wenn man dann aus dem Wald heraustritt, kann man die herrliche Aussicht geniessen und beim Verschnaufen den Gleitschirmfliegern zuschauen, welche von hier aus mutig ins "Nichts" rennen. Das bunte Treiben könnte vielleicht auch ein Ansporn für Kinder sein, dass aus der langweiligen Sonntagswanderung doch noch was wird...



Für müde Wandersocken: Abstieg per Bahn

Nach der Verpflegung im Berggasthaus oder aus dem Rucksack hat man nun zwei Möglichkeiten. Runterschweben mit der Luftseilbahn für müde Wandersocken oder hinunter über das WILDKIRCHLI und den SEEALPSEE nach WASSERAUEN, wo die Appenzeller Bahn bereit steht. Der Abstieg zieht sich jedoch noch ziemlich in die Länge und ist teilweise recht steil. Im Gegensatz zu vorher kommt man manchmal vor lauter "Grüetzi-mitenand" sagen mehr ausser Atem, als der körperlichen Anstrengung wegen! Dies vor allem auf dem gut geteerten letzten Stück vom Seealpsee. Es ist aber halt immer wieder schön, wenn sich die massiven Felsformatierungen, entstanden in der letzten Eiszeit, in der Abenddämmerung im Wasser spiegeln. Den letzten Atemzug Berg- und Alpluft einziehend steigt man dann müde und zufrieden in den Zug ein und lässt sich an wunderschönen Appenzeller Landschaftsbildern vorbei heimwärts gondeln.

 

Autorin/Autor

 

Gabi Rudin
Publikationsdatum 28.05.2003
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