Familienstück am Theater St. Gallen - Der kleine Lord macht seine Aufwartung

03:12:2014

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Luzian Hirzel (Cedric Errol) und Bruno Riedl (Earl of Dorincourt) (c) Theater St.Gallen, Tine Edel
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Luzian Hirzel (Cedric Errol)| (c) Theater St.Gallen, Tine Edel

Die Autorin

Frances Hodgson Burnett wurde 1849 als Tochter eines Goldschmieds in Manchester geboren. Sie war eine der berühmtesten Schriftstellerinnen ihrer Zeit. Bereits mit drei Jahren konnte sie lesen und schon früh erfand sie Geschichten. Mit 18 Jahren schickte sie eine Erzählung an verschiedene Zeitschriften, weil sie ihre Familie finanziell unterstützen wollte. Eine Zeitschrift druckte die Geschichte ab, und so begann Burnetts Karriere. Sie schrieb insgesamt 60 Bücher. Auf die Idee zu ihrem ersten Kinderbuch „Der kleine Lord“ oder „Little Lord Fauntleroy“ brachte sie ihr Sohn Vivian. Er hatte sich gewünscht: Seine Mutter würde auch mal etwas für ihn und seinen älteren Bruder schreiben. Sie tat ihm dem Gefallen und liess ihre beiden Buben mithelfen. Lionel und Vivian durften jedes neue Kapitel lesen und sagen, was ihnen besonders gut oder noch gar nicht gefiel. Das fertige Buch erschien 1886 und war sofort bei Jung und Alt beliebt.

 

Nächste Vorstellungen

Mi,  24. Dez. um 14 Uhr

Fr, 26. Dez. um 14 Uhr

So,  28. Dez. um 14 Uhr


www.theatersg.ch

Zum ersten Mal ist „Der kleine Lord“ als Abenteuermärchen für die ganze Familie nach dem Roman der britischen Autorin F.H. Burnett am Theater St. Gallen zu sehen. Der mehr als 125 Jahre alte Kinderbuchklassiker ist noch immer aktuell. Die berührende Geschichte, von Dora Schneider in Szene gesetzt, steckt voller zeitloser Wahrheiten und fasziniert nicht allein durch die bezaubernd dargestellten Figuren.

 

Elke Baliarda

 

Die Geschichte des kleinen Lords wurde verfilmt und wird fast jedes Jahr zur Weihnachtszeit im deutschen Fernsehen gezeigt. In der Schweiz weniger bekannt, gibt sich der kleine Lord nun ganz speziell in St. Gallen die Ehre.

 

In den dunklen Räumen des englischen Schlosses sitzt der alte Lord J.A.M. Erol, Earl of Dorincourt, eindrücklich dargestellt von Bruno Riedl, in einem Lehnsessel und sinniert. Er denkt an seinen einzigen Enkel Cedric Erol (Luzian Hirzel), der mit seiner Mutter (Diane Dengler) in Amerika lebt und nun nach England auf das Erolsche Schloss kommen soll. Rasanter Szenenwechsel im wahrsten Sinne des Wortes: Amerika und in der Gemischtwaren-Handlung von Mr. Hobbs, wo man wirklich fast alles Erdenkliche kaufen kann. Tobias von Wolffersdorff hat das fabelhafte Bühnenbild geschaffen, das im Nu von Amerika nach England und umgekehrt wechseln kann. Und die jeweils harmonisch abgestimmten Kostüme stammen von Silke Fischer.

 

Zurück zu Mr. Hobbs Laden. Hier trifft man Cedric Erol und seinen Freund, den Schuhputzer  Dick Tipton (Tobias Fend) an. Cedric sitzt auf seinem Lieblingsplatz, einer riesigen Kekskiste und Mr. Hobbs, sehr beschäftigt in seinem Laden, erzählt nebenbei spannende und unglaubliche Geschichten. Da erscheint eines Tages Mr. Havisham (Matthias Albold), der Anwalt des alten Lords, auf der Bildfläche und will Cedric und seine Mutter nach England mitnehmen. Cedric, der einzig lebende Nachkomme des reichen Earl s of Dorincourt, soll sich auf sein zukünftiges Leben als Nachfolger seines Grossvaters in England einstimmen.

 

Der alte Lord ist ein verknöcherter Aristokrat, der keinen Spass versteht und in seiner Grafschaft ein strenges Regiment führt. Cedric mit seinem entwaffnenden Charme und seinem ausgesprochenen Sinn für Gerechtigkeit. weckt die Gefühle des Alten, der dann ein ganz zugänglicher Mensch wird und seinem Enkel viele Wünsche erfüllt.

 

Plötzlich erscheinen Minna Murray-Tipton (Pia Waibel) und ihr Sohn Tom. Sie bringen einige Unruhe ins Geschehen, weil sie behaupten, Tom sei der wahre kleine Lord. Doch dank Mr. Havisham klärt sich diese Lügengeschichte bald auf, und dem Happy End steht nichts mehr im Wege.

 

Sharon, meine Enkelin, meint zum Stück:

Ich kannte die Geschichte des kleinen Lords nicht, und war deshalb sehr gespannt, was da auf mich zukommt. Es ist wirklich eine schöne, spannende Geschichte, die ein gutes Ende nimmt. Am besten haben mir gefallen, natürlich der kleine Lord, sein Grossvater, Mr. Hobbs, der immer mit seinen witzigen Geschichten daher kommt und Mr. Havisham, der für alles einen guten Rat weiss. Was mir Mühe bereitet hat, ist die Szene mit dem Pony. Es passt wohl gut in die Szene, aber ich als Pferdefreak habe bemerkt, dass es Angst hatte. Der Bühnenboden war einfach zu rutschig, für Delaware. In Wirklichkeit heisst das Pony Mäxli und kommt aus dem Ponyhof Jung in Mörschwil. Auch haben mir die Bühnendekorationen und die Kostüme sehr gut gefallen. So war es in der Zeit als „Der kleine Lord“ geschrieben wurde. Was ich mir zu Weihnachten wünsche, weiss ich jetzt, das Buch vom kleinen Lord, am liebsten in der Originalsprache Englisch.


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