Ist vielleicht ein Arzt an Board?

23:04:2013

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Who kills the cook?
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Why must he die?

Weitere Infos und Termine unter: www.dinnerkrimi.ch

Es ist Freitagabend am 19. April 2013. Eine regnerische Nacht in einem dunklen Romanshorner Hafenareal und für die Jahreszeit eindeutig viel zu kühle Temperaturen. Alles sehr verdächtig. Mit gespannter Neugier also betreten wir die MS Euregia und checken damit ein, zum Doppelzimmer mit einer Leiche.

 

Cornelia Kliesch

 

Ich habe auf dem Schiff kaum die Verdächtigen von den Unverdächtigen innerlich aussortiert, schon verwandelt sich mein mir eben noch vertrauter Freund neben mir in einen Erich Zwick, dem ich zuvor noch nie begegnet bin. Das ist aber noch nicht genug, denn selbst ich werde zu einer Lucy Quest, die im Gegensatz zu mir eine waschechte Schatzsucherin ist.

 

Meine Abenteuerlust ist aufs höchste angeregt. Wir betreten den Speisesaal. Ob wir wohl einen Platz am Kapitänstisch ergattert haben? Die Menü Übersicht lässt auf jeden Fall keine Fragen offen. Bereits die Suppe wird im Sarg serviert. Gefolgt von einem blutigen Salat. Nur das Dessert lässt auf ein süsses Ende hoffen. Lukas und Rosmarie Steiner betreten den Speisesaal und man freut sich sofort, dass bei einem selbst, hoffentlich nur das Rind für den Hauptgang getötet wurde. Denn die Beiden, eigentlich bei der Feier ihrer goldenen Hochzeit, haben doch tatsächlich eine Leiche in ihrer Kajüte. Rosmarie Steiner ruft nach einem Arzt.“Herr Dr. Zurbriggen? Ist der Herr Dr. Zurbriggen an Board?“

 

Leider ist unser Mitgast noch etwas schüchtern und meldet sich nicht. Das Dinnerkrimi-Team, ist aber bereits mit allen Wassern gewaschen und improvisiert den fehlenden Theaterpart einfach weg. Die Hoteldirektorin, der Page, Frau Steiner und unsere hungrigen Mägen, befürchten, dass es sich bei dem Toten in der Steinerskajüte tatsächlich um den Schiffskoch handelt. Die Suppe wird serviert. Erste Erleichterung. Auch der Sarg stellt sich als harmloses Brot heraus. Doch das leichte Gefühl ist von kurzer Dauer.

Denn wer ist denn nun der Tote bei Steiners im Bett, wo schliesslich ganz lebendige Sachen hätten statt finden sollen? Und wer ist Schuld am Ableben des ungebetenen Gastes?

 

Bis zum letzten Gang wird der Fall gelöst sein, so viel sei verraten. In der Zwischenzeit begegnen uns auf dem Teller immer wieder neue Leckereien, und auf der Bühne Schüsse, Tote, verschollene Töchter und andere illustre Gäste, auch solche aus dem Speisesaal. Die Krimistimmung schwabbt schnell über, es ist in den staunend ratenden Gesichter zu sehen und löst dann auch manche Laienzunge, mit wiederrum verdächtig guten Theaterfähigkeiten.

 

Das leichte Schwanken des Schiffes untermalt das Ganze immer wieder mit dem nötigen Charme und macht meines Erachtens das berühmte Pünktchen aufs i. Zum Schluss gehen wir gut genährt, an Leib und Seele von Board und schlendern nur langsam zurück in die Wirklichkeit.


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