In guten und in schlechten Zeiten - Mädchenfreundschaften

19:08:2013

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Caro ist meine Klassenkameradin und sie sehe ich darum am meisten.
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Mit Miri verbindet mich eine lange, tiefe Freundschaft, und wir teilen viele Geheimnisse.

Ich heisse Sarah, bin 15 und besuche die Sekundarschule. Meine Familie ist ja wirklich wichtig für mich. Besondere Geheimnisse vertraue ich aber eher meinen Freundinnen an. 


Ich fühle mich glücklich, Freundinnen wie Caro, Vivienne, Melinda, Miri, Tabi und Co an meiner Seite zu haben. Sie bedeuten mir alles, und ich möchte mich nie wieder von ihnen trennen.

Früher waren es die Eltern. Sie stehen mir auch jetzt noch immer nah. Noch wichtiger aber sind zunehmend die Freunde, die wie eine zweite Familie, einen wichtigen Platz in meinem Leben einnehmen. Der erste gehört aber definitiv meiner besten Freundin.

 

Sarah Forrer

 

Ich mache eigentlich fast nichts ohne meine Freundinnen. Ihnen vertraue ich meine Geheimnisse an. Sie beraten mich, wenn ich Kleider shoppe, sie trösten mich, bringen mich zum lachen, sie machen mit mir Hausaufgaben, und sie erhalten mein letztes SMS, bevor ich das Licht lösche. Meine beste Freundin Caro ist meine Informantin, Ratgeberin, Trösterin und Begleiterin in einer Person. Sie ist einfach unbezahlbar. Wir Freundinnen sind meist einer Meinung, können uns aber auch hin und wieder ganz schön zoffen. In so einem Fall, zieht sich die eine von uns zurück, bis die Luft wieder rein ist. Wir schreien uns ganz selten an.


Während ich erwachsen werde, haben die Eltern und meine Brüder zwar immer noch einen wichtigen Platz in meinem Leben, noch wichtiger aber wird zunehmend meine beste Freundin. Liegt es daran, dass Caro gleichaltrig ist und darum dieselben Probleme hat? Studien zeigen auf, dass die beste Freundin eine besondere Funktion im Ablösungsprozess von den Eltern hat. Es gibt offenbar ungeschriebene Regeln, die uns verbinden und uns in der Gruppe Sicherheit vermitteln sollen.


Weil die Freundschaft stark ist, kann sie nichts erschüttern, doch selbstverständlich müssen wir unsere Freundschaft auch immer pflegen. Gut, dass wir, was Jungs betrifft, ganz andere Geschmäcker haben, sodass wir uns nie in die Quere kommen. Und wie ist es bei den Jungs? Sind Männerfreundschaften wohl ebenso wichtig, wie jene von Freundinnen? Eine Studie hat herausgefunden, dass Jungs zwar nicht so intinsiv über persönliche Dinge sprechen, wie es die Mädchen tun. Dennoch nennen sie ihre Freunde ebenfalls als wichtigste Stützen im Prozess des Erwachsenwerdens. Es sind die gemeinsamen Aktivitäten, etwa der Sport oder das Gamen, die bei Jungenfreundschaften eine wichtige Rolle spielen – eigentlich wie bei den Mädchen. 


Ein Spruch lautet: „Je fester eine Freundschaft zwischen Frauen, desto wortreicher. Je fester eine Freundschaft zwischen Männern, desto wortkarger:“ Es ist erstaunlich, dass wir uns diesbezüglich so unterscheiden. Wo wir uns aber nicht unterscheiden ist in der Stärke und Bedeutung der Freundschaft. Heute, wo viele junge Menschen kaum mehr eine Familie haben, nehmen Freunde eine immer wichtigere Rolle ein. Und das ist doch schön, für gute und für schlechte Zeiten.




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