Moses - Die zehn Gebote

13:03:2013

Ein neuer Stern am Musical-Himmel

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Szene aus Moses - Die zehn Gebote / Foto: Toni Suter.
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Die Geschichte

Das Musical erzählt die biblische Geschichte des Auszuges der Israeliten aus Ägypten auf eine neue und unkonventionelle Art. Im Mittelpunkt steht Moses, ein Mann auf der Suche nach Gerechtigkeit und Freiheit. Er wurde von Gott berufen, doch Zweifel plagen ihn. In einem Lernprozess wird er begreifen, dass Freiheit nicht nur von Äusserlichkeiten abhängt. Seine Frau Ziporah steht ihm mit Rat und weisen Mahnungen zur Seite. Erst dann gelingt es Moses, sein Volk ins Gelobte Land zu führen und so dem Auftrag Gottes gerecht zu werden.

 

Nächste Aufführungen:

23. März und 26. März jeweils 19.30, 1. April, 17 Uhr, 7. April 14.30 und 19.30. 13. April 19.30, 21. April 17 Uhr, weitere Termine im Mai und Juni.

www.theatersg.ch.

Kürzlich feierte das neue Musical „Moses – Die zehn Gebote“ von Michael Kunze, Textbuchautor und Dieter Falk, Komponist. seine Weltpremiere im Theater St. Gallen. Die Orchestration und Arrangements besorgte Michael Reed, die Inszenierung Martin Duncan und die Dramaturgie Susanne Schemschies. Das Moses-Projekt, eine grosse Herausforderung an alle Protagonisten, hervorragend umgesetzt. Und das Publikum, einfach hingerissen.

 

Elke Baliarda

 

Das Duo Kunze/Falk weist in seinem Musical darauf hin, wie zeitgemäss die Bibel und die Moses Geschichte sind. In der musikalischen Umsetzung setzt Dieter Falk auf eingängige Melodien und auf heutige Sounds. Rock und Pop mischen sich mit sinfonischen Elementen und einer starken Einbeziehung der Gospeltradition.

 

 

Der äussere Rahmen, ein eigenes spektakuläres Spiel mit allen Elementen, die heutzutage bühnentechnisch zur Verfügung stehen. Die beeindruckende Bühnengestaltung von Francis O’Connor, die wunderschönen Kostüme von Joan O’Clery. Ihre Ägypter kommen farbenfroh, ja prächtig daher, während die Israeliten gemäss ihrer Lage bescheidener in gedämpften Farben und Stoffen gekleidet sind. Eine grosse Herausforderung auch für den Videodesigner Sven Ortel aufgrund der vielen Szenenwechsel.

Man denke nur an die zehn Plagen, an den brennenden Dornbusch, an die Teilung des Meeres und schliesslich an den Anblick des Gelobten Landes. Grossartig gelöst, eingebunden natürlich Michael Grundner, Lichtdesign sowie Stephan Linde und Christian Scholl, Tondesign. Hervorzuheben sind die Moses-Band, Leitung Robert Paul und der Chor des Theaters St. Gallen. Der Choreograf Nick Winston lässt seine Compagnie ebenfalls in zwei Welten tanzen, am Hofe des Pharaos entsprechend pompös und die Israeliten eher im folkloristischen Stil.

 

 

Die Geschichte des Musical, dem Moses den Namen gab, orientiert sich an dem Bibeltext, Exodus 2. Buch Mose. Vor allem die Verheissung vom Gelobten Land sieht Michael Kunze als Synonym für eine zukünftige Welt des Friedens und der Gerechtigkeit. Sie zu erlangen liegt wesentlich in der Hand der Menschen, die ihr Denken und Handeln ändern müssen, um die Erde zu einem besseren Ort zu machen.

 

 

Am Anfang steht die Stimme Gottes majestätisch über der Geschichte. Wunderbar stimmig Wolfgang Pampel, der u.a. auch die Synchronstimme von Harrison Ford spricht. Gott hat Moses auserwählt, sein Volk, die Israeliten zu führen. Moses, zeitweise Zweifler seine innere Zerrissenheit, überzeugend dargestellt und gesungen von Lukas Hobi. Ziporah, die Frau Moses, die in der Bibel nur am Rande vermerkt ist, spielt im Musical eine wichtige Rolle Verkörpert wird sie von Sophie Berner, einem der Stars des Abends. Sophie Berner mit ihrer ausdruckstarken, warmen Stimme, die dem St. Galler Publikum schon aus mehreren Produktionen bekannt ist, spielt ihre Rolle mit Herz und Verstand und ist Moses eine ebenbürtige Partnerin und weise Beraterin.

So sieht es Michael Kunze, er zeichnet ein starkes Frauenbild, eigentlich eine Hommage an die heutigen Frauen. Ramses II, den egozentrischen Herrscher Ägyptens, gibt Stefan Poslovski. Er kann das Publikum darstellerisch wie stimmlich begeistern.

Mit seinem Lied „Es ist schwer ein Gott zu sein“, war ihm der Applaus sicher. Kerstin Ibald als Magierin, zeigte sowohl ihr komödiantisches wie gesangliches Talent. Moses Gegenpart der gestrenge Hohepriester Naroch, eine Rolle, die Thomas Borchert stimmgewaltig und souverän gestaltet. Fanatisch in der Ausübung seines Amtes, möchte er wie Moses auch das Gute erreichen, doch er geht den alten Weg und sieht in Moses den Revolutionär.

Aaron (Frank Winkels) Moses jünger Bruder und gemäss Bibel dessen Sprachrohr, besticht durch seine starke Bühnenpräsenz. Er spielt parallel in „Chicago“. Patricia Meeden, als Pyron ,Botin Gottes, beeindruckt durch ihre soulige Stimme.

 

 

Resüme. Alle Darsteller stimmlich, darstellerisch und tänzerisch hervorragend. Die Melodien gehen ins Ohr und könnten teilweise zu Ohrwürmern werden.


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