«Goldener Enzian» ins Toggenburg vergeben

18:11:2014

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«Der Goldene Enzian» 2014 wurde ins Toggenburg vergeben.
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Verschiedenartigkeit ist eine Bereicherung für jede Gesellschaft.

«Der Goldene Enzian» 2014

Die diesjährige Ausschreibung des Integrationspreises «der Goldene Enzian» erfolgte unter dem Motto «Vielfalt als Stärke». Es ist dasselbe Motto, welches sich die St.Galler Regierung für ihre Schwerpunktplanung der Jahre 2013-2017 gegeben hat. Die Preisverleihung fand am 12. November 2014 in der Lokremise St.Gallen statt.

 

Die meisten Integrationsprojekte sind ohne freiwilliges Engagement nicht denkbar. Mit der Verleihung «des Goldenen Enzians» hat das Departement des Innern zum dritten Mal diejenigen gewürdigt, welche einen besonders innovativen Beitrag zur Integration und zum friedlichen Zusammenleben leisten. An der Preisverleihung in der Lokremise nahmen rund 150 Personen teil. 27 Projekte hatten sich beworben

 

www.integration.sg.ch

Schon zum dritten Mal vergab das Departement des Innern den Integrationspreis des Kantons St. Gallen. Unter dem Motto «Vielfalt und Stärke» wurden von der Fachjury 27 Eingaben beurteilt. Die Frauenprojekte spielten dabei eine grosse Rolle – «Kochen international» und der Verein «Nihhina» erzielten den ersten und dritten Platz

 

Cornelia Forrer

 

Die eingereichten Projekte mussten beispielhaft aufzeigen, dass die Verschiedenartigkeit der Menschen das Zusammenleben stärkt und bereichert. So richtete sich denn die Ausschreibung an Jung und Alt, Zugewanderte und Einheimische, an Gemeinden und Vereinigungen, an religiöse Gemeinschaften, Firmen und Organisationen.


Unter dem Motto «Vielfalt und Stärke» galt es für die Jury 27 Eingaben zu beurteilen, die das friedliche Zusammenleben aller in unserer Gesellschaft lebenden Menschen bereichern. Regierungsrat Martin Klöti übernahm das Patronat, zusammen mit Sylvia Huber, Leiterin Kompetenzzentrum Integration und Gleichstellung KIG und Christoph Zweili, Journalist des St. Galler Tagblatts, mit Unterstützung einer Fachjury.


Beim Sport, beim Gärtnern, im Sprachencafé, beim Mittagstisch, bei der Arbeit am Film- oder Radioprojekt und beim Schwimmen, lassen sich die Integration und das Zusammenleben auf unkomplizierte Weise  fördern.  Und die Vernetzung im Quartiertreff, in den Familienferien, beim Walking-Rally, am Bahnhofs-Treff und in der Politik, vermag Menschen zusammenzubringen, die sich sonst kaum finden würden.


Bezüglich der eingereichten Projekte, stachen neben der bevölkerungsdichten Region St. Gallen, die Regionen Rheintal und Toggenburg besonders heraus. Ob dies daran liegt, dass man in finanzschwachen Gebieten, auf jedes Mitglied zählen, schon vom Platz her enger zusammenrücken und neue Wege des Zusammenlebens suchen muss? 


"Kochen international" auf Platz 1

Macht es nicht Spass, sich mit kulturell andersartigen Menschen auszutauschen, gemeinsam zu kochen, neue Rezepte zu entdecken und ganz so nebenbei die Deutschkenntnisse zu verfeinern? Die Gruppe «Kochen international» aus Wattwil und Umgebung ist davon überzeugt. Nicht umsonst nehmen an den Treffen bis zu 70 Frauen und Kinder verschiedenster Nationalitäten teil. «Gerade für Frauen, die eher wenig am öffentlichen Leben teilhaben, sind die Treffen von enormer Bedeutung», ist Ina Praetorius überzeugt, welche die Projektidee einreichte.


Doch auch Silvia Marini und Fatima Hussein sind Organisatorinnen der ersten Stunden.  «Nur ein Kochkurs?», werfen die aktiven Toggenburgerinnen als Frage in die Runde und fügen an, dass das Projekt ohne Vorstand, ohne Homepage, ohne Medienberichte und ganz ohne Tamtam seit gut vier Jahren läuft. Auch die Jury zeigte sich von dieser Schlichtheit beeindruckt. Nachdem man mit grosser Freude den «goldenen Enzian» in Empfang nehmen durfte, tragen die Frauen sich mit dem Gedanken, ab 2015 auch den Männern die Kochtöpfe bereitzustellen.


Beim Kochen und beim Essen lassen sich Geschichten über andere Kulturen erfahren, die gerade Frauen sonst niemandem erzählen würden. Kochend fliessen Anekdoten von Flucht und Heimatsuche, von Sprachbarrieren und Kulturunterschieden, von der Stellung der Frauen in ihrer Kultur und auch von Politik und Macht. Es werden Tipps ausgetauscht zur Kindererziehung und Beschulung. «Wie macht ihr das?», ist eine häufig gehörte Frage während des Kochens – eine Frage, die zu Kulturunterschieden genauso passt, wie zum verwendeten Gewürz, das das gewisse Etwas zum Geschmackserlebnis beisteuert.


"Nihhina" Degersheim auf Platz 3

Doch auch das Projekt  des Vereines «Nihhina» aus Degersheim muss speziell erwähnt werden. Hier geht es um Beziehungen und Familienferien von Schweizern und Eritreern. Gemeinsam wird gespielt, entdeckt, gelernt, gesungen – und schliesslich der Alltag bewältigt. «Auch eine kleine Gruppe kann Grosses leisten», ist Olivia Fischer überzeugt, die die Projektidee einreichte. Es geht um Gleichberechtigung verschiedener Kulturen und beider Geschlechter. Es geht um Integration verschiedener Generationen und Kulturen.  Es geht schliesslich um ein hohes zivilgesellschaftliches Engagement – und genau dies hat die Jury bewogen, «Nihhina» den dritten Preis zu vergeben.


"Mein Papa - mein Trainer, meine Mama - mein Coach" auf Platz 2

Zahlreiche Sportler haben einen Migrationshintergrund, doch die «Regeln» scheinen nicht in allen Kulturen dieselben zu sein.  Das Projekt «Mein Papa – mein Trainer, meine Mama – mein Coach» hatte den Sinn, überzogene Erwartungen an die Trainer und Kinder in richtige Bahnen zu lenken und konkrete Einblicke in das Fussballtraining zu ermöglichen. Fairplay und Toleranz auf dem Fussballplatz werden dadurch gefördert – und so ganz nebenbei liess sich auch der Trainermangel beheben. Das Projekt, eingereicht durch Journalist und Fussballer-Vater Felix Mätzler, wurde mit dem zweiten Preis belohnt.



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