Auf ein Neues: Lara Stoll bei der FrauenVernetzungsWerkstatt

08:03:2013

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Wieder dabei an der diesjährigen FVW am 16. März: Lara Stoll.
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Die Slam Poetin nimmt nicht immer ein Blatt vor den Mund. Und das ist auch gut so. Bilder: drehundangel.ch.

Mitunter mit einem rasend schnellen Tempo trägt Lara Stoll ihre Texte vor. Quasi in Sekundenschnelle hatte sie bei ihrem letzten Auftritt an der letzten FrauenVernetzungsWerkstatt hunderte von Frauen in ihren Bann gezogen und gefesselt, um dann und dafür mit begeistertem Applaus gefeiert zu werden. Auch deswegen ist es wunderbar, dass den Organisatorinnen der FVW ein Wiedersehen mit der erfolgreichen Slam-Poetin an der HSG am 16.März gelungen ist. Lesen Sie hier das Interview mit Lara Stoll.

 

Eva Grundl

 

Frau Stoll, wie geht es Ihnen heute, was machen Sie denn so?

Es geht mir sehr gut! Diese Woche bin ich gerade mit einigen Schreibarbeiten beschäftigt. Allerdings für ganz unterschiedliche Projekte (Studium, Kolumnen, Drehbuch, Konzepte). Ansonsten befinde ich mich gerade in einem schönen Gleichgewicht zwischen Schule und Auftritten.

 

Wann haben Sie angefangen mit Poetry Slams und was dabei bereitet Ihnen am meisten Freude?

Vor bald acht Jahren habe ich zum ersten Mal an einem Poetry Slam mitgemacht. Ich finde es einfach spannend, dass es an einem Slam nie langweilig wird, wobei doch einfach nur irgendwelche Leute ihre Texte vorlesen. Aber wie sie es eben tun und was sie erzählen ist völlig individuell! Aus meiner Sicht ist es einfach sehr schön, den Menschen eine Geschichte zu erzählen, Bilder in den Köpfen auszulösen und sie zum Schmunzeln oder nachdenken zu bringen.

 

Was war Ihr scheußlichstes Erlebnis bei einem Poetry Slam?

Es gibt nicht "ein einziges schrecklichstes Erlebnis". Es sind halt einfach diejenigen Auftritte, bei denen ich selbst nicht mit mir zufrieden war, weil ich den Text falsch eingeschätzt habe, weil ich schlecht vorgetragen habe, weil ich das Publikum nicht erreichen konnte. So was passiert hin und wieder, deshalb sind Poetry Slams ja auch Adrenalin-Bomben, weil man eben doch nie so genau weiss, wie es am Schluss heraus kommt. Das ist ja dann aber auch wieder etwas sehr Schönes und Aufregendes.

 

Zumindest nach außen hin vermittelt die Slam-Szene einen sehr entspannten und liebevoll gepflegten skurrilen Eindruck. Gibt es eigentlich auch Abgründe wie Zickenkrieg und Schwanzvergleich?

Viele Slam-Poeten sind untereinander sehr gut befreundet. Dass es da mal zu Unstimmigkeiten kommt ist dann ja mehr als normal, wie bei anderen Freundschaften auch. Aber von Zickenkrieg oder Schwanzvergleichen kann man auf keinen Fall reden, wir haben uns tatsächlich alle sehr lieb. In Deutschland empfinde ich den Konkurrenzkampf und die dementsprechenden Spannungen allerdings als deutlich grösser.


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