Interpellationen für die Rheinaufweitungen

09:10:2014

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Claudia Friedl, Nationalrätin SG und Helen Konzett Bargetze von der Freien Liste Liechtenstein
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Eschener Au Aufweitung

Die ersten Aufweitungen des Alpenrheins am Unterlauf (RHESI) sowie am Oberlauf (Bad Ragaz-Maienfeld) sind in Planung und sollen dem Patienten Alpenrhein rasche Besserung bringen. Auf dem schweizerisch-liechtensteinischen Abschnitt hapert es noch.

 

Medienmitteilung

 

„Der Alpenrhein ist heute im Wesentlichen ein gebändigter, unnatürlicher Kanal.“ So beginnen zwei ähnlich lautende Interpellationen, die eine ist an den Schweizer Bundesrat gerichtet, die andere an die liechtensteinische Landesregierung. Die Interpellantinnen – Nationalrätin Claudia Friedl (SP) in der Schweiz und die Freie Liste in Liechtenstein – weisen darauf hin, dass das Entwicklungskonzept Alpenrhein 19 Aufweitungen vorsieht. Dieses Konzept wurde nicht nur von den Kantonen unterzeichnet, sondern auch von den nationalen Stellen in Bern, Wien und Vaduz.


Ein revitalisierter Alpenrhein bietet der Bevölkerung sehr bedeutende Erholungsgebiete, wo Kinder spielen und stressgeplagte Menschen sich erholen können. Die vorgesehenen Aufweitungen des Alpenrheins verbessern aber auch die Lebensbedingungen von bedrohten Tier- und Pflanzenarten. So profitieren die Wanderfische Nasen oder die vom Bodensee zur Fortpflanzung in den Alpenrhein aufsteigenden Felchen und auch die Seeforellen von Lebensraumaufwertungen. Auch die Rote Liste-Pflanzen Kleiner Rohrkolben und Deutsche Tamariskeprofitieren von breiten Abschnitten, wo das Flussbett oft umgelagert wird und ein Mosaik aus Sand- und Kiesbänken entstehen lässt.


In den beiden Interpellationen wird bemängelt, dass auf der schweizerisch-liechtensteinischen Strecke keine konkreten Planungsschritte für die vorgesehenen Aufweitungen erkennbar seien. Demgegenüber gebe es auf der schweizerisch-österreichischen Strecke sowie in Bad Ragaz-Maienfeldschon sehr konkrete Planungen.


Die Regierungen werden deshalb angefragt, ob sie sich für die Verbesserung der Lebensräumeund ökologischen Bedingungen für die erwähnten bedrohten Arten einsetzen. Ausserdem möchten die Interpellantinnen wissen, ob die beiden Regierungen einen schweizerisch-liechtensteinischen Staatsvertrag für sinnvoll halten, um die Planung und Umsetzung von Flussaufweitungen sicherzustellen und die Finanzierung und den Unterhalt zu koordinieren.


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