Verliebte Feinde

25:02:2013

Filmtipp

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Mona Petri und Fabian Krüger als Iris und Peter von Roten.
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Iris und Peter von Roten.
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Iris von Roten.

Iris von Roten, der Name einst genau so bekannt wie verrufen, ist heute fast in Vergessenheit geraten. Dabei war die Juristin und Skandalautorin die Vorreiterin der Frauenbewegung in der Schweiz. In den fünfziger Jahren hat sie sich für wirtschaftliche und sexuelle Selbstbestimmung der Frauen eingesetzt, kam jedoch mit ihren Ideen zu früh. Ein neuer Kinofilm erzählt ihre Geschichte von Leben und Werk, und von der komplizierten Ehe mit Peter von Roten.

 

Carmela Maggi

 

Die Biografien von Wilfried Meichtrys Biografie „Verliebte Feinde“ und Yvonne-D. Köchli "Eine Frau kommt zu Früh" bilden die Grundlage zum Film. Diese zeigen einen Blick in die zahlreichen Briefe des Paares Iris und Peter von Roten und hinter die Kulissen der Frau, die sich 1958, mit als radikal empfundenen Ansichten, für die Gleichberechtigung der Frau stark gemacht hat. Ihre damaligen Forderungen klangen unerhört utopisch und überraschenderweise erntete sie nicht nur von den Männern Empörung und Missachtung, sondern genauso von den Frauen. Woran sie schliesslich zerbrach.

 

Allem Hohn zum Trotz, haben die Theorien und Forderungen der Feministin bis heute noch ihre Gültigkeit und wurden im Lauf der Jahre grösstenteils im Schweizer Grundgesetz verankert. Auf Halbe Sachen, wie die Bewegung „Gleichheit im Unterschied“, hat sich Iris von Roten nie eingelassen. Ihr Buch "Frauen im Laufgitter“ ist bis heute ein Verkaufsschlager. Viele ihrer Forderungen an Politik und Gesellschaft bleiben aktuell, wenn auch noch nicht vollumfänglich umgesetzt.

 

Verkörpert wird Iris von Roten von der Schauspielerin Mona Petri. An ihrer Seite Fabian Krüger als Peter von Roten. Die aus wohl situierten Verhältnissen stammende Juristin heiratet den Jurist und arbeitet an seiner Seite in der gemeinsamen Kanzlei. In Ihrem Zeitalter eine undenkbare Sache. Von den Klienten als Sekretärin angesprochen beginnt sie, ohne Rücksicht auf herrschende Meinungen, die Ungleichheit der Frauen in der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Stellung aufzudecken. Genau so schonungslos befasst sie sich mit der Erfüllung und Selbstbestimmung von Leben und Sexualität. Ihr Engagement macht die Ehe so kompliziert, dass sie sich in Reisen flüchtet. Doch gemeinsam mit der Unterstützung ihres Mannes setzt sie im Bundeshaus erste Zeichen.

 

Buch und Film schaffen es,  gerade auch die jüngeren Frauen aufmerken zu lassen, um auf unbewusste Fallen aufmerksam zu machen.


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