Hat die Seele ein Geschlecht?

Buchtipp – ein Tabuthema feinfühlig in Wort und Bild dargestellt

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"Das Geschlecht der Seele, Elster Verlag, Jan 2013.
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I am what and I am.

„Das Geschlecht der Seele“

Transmenschen erzählen

Text:Tanja Polli, Fotografie:Ursula Markus

Elster Verlag,2013; ISBN 978-3-906065-15-1

 

Link zum Film in TalkTäglich von Dienstag, 29.01.2013.

http://www.telezueri.ch/
webtv/?&channel
_id=84&video_id=293289

Transfrau, Transmann … geboren im falschen Körper, unverstanden von Gesellschaft, FreundInnen, Familie und ArbeitsKollegInnen. Wie kommen ihre Seelen trotz aller Widrigkeiten und Widerständen zu ihrem Recht?

 

Zita Fräfel-Noser

21:02:2013

 

Tanja Polli und Ursula Markus zeigen in ihrem Buch, erschienen im Januar 2013, elf Transmenschen, die den Mut und die Kraft gehabt haben, ihr Leben zu verändern. Die Betroffenen erzählen von ihren Erfahrungen und Ängsten, aber auch davon, wieviel Freiheit und Eigenständigkeit der Schritt, den Körper der Seele anzugleichen, mit sich bringt. Beeindruckende Slogans titeln die Biographien. Ausdruckstarke Fotos bekräftigen die Aussagen.

 

Die Autorin hat das Tabuthema mit viel Feingefühl und Respekt aufgearbeitet. Sie beschreibt die Zerrissenheit der Betroffenen, das Verständnis oder Unverständnis der Gesellschaft, die Angst vor Ausgrenzung und dem Verlust der Familie, des Freundeskreises, des Arbeitsplatzes, der Karrieremöglichkeiten. Ungenügende Gesetzgebung, Kampf mit der Bürokratie, Namenswechsel, Tatbeweis der „Alltagstauglichkeit“, Hormoneinnahme, Gutachten, chirurgische Eingriffe nicht ohne Risiken, ein Leben ausserhalb der gängigen Geschlechterrolle. All das nehmen die Transmenschen auf sich, ohne zu wissen, ob dem Ganzen Erfolg beschieden sein wird.

 

Jede beschriebene Lebens-Geschichte verläuft anders, einzigartig – kämpfen mussten und müssen alle. Das Ziel ist es ihnen wert. Das Ziel „ganz ich selbst zu sein“, „endlich im richtigen Körper“ zu leben, „Körper und Seele in Harmonie“ zu spüren.

 

Transidentität

Was ist denn typisch „weiblich“, typisch „männlich“, was macht „eine Frau“, was "einen Mann“ aus?

Bestehen da in unserer Gesellschaft nicht zu viele Vorurteile, zu starre Rollen-Vorstellungen, stereotype Zuordnungen, ungerechtfertigte und falsche Bewertungen? Transidentität wird in diesem aufrüttelnden Buch respektvoll dargestellt als eine normale Variante der Geschlechtsidentität. Das berührt und darf auch gerne irritieren.


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